Arnis im Mai - Juni 2026

Während sich der Mai wettertechnisch zu benehmen wusste und – wie es sich gehört – für Mohn- und Maiglöckchenblüte sorgte, allerdings auch für durchgearbeitete Gartenhandschuhe verantwortlich war, startete der Juni mit Hitzewallungen, obwohl ein wechselndes Jahr noch lange nicht in Sicht ist.

Die Auswirkungen  schon etwas skurril: Eine Autofahrerin nutze das offen stehende Arnisser Friedhofstor und fuhr ohne Ladehemmung direkt auf den Friedhof, am Kircheneingang vorbei und stoppte vor dem Grab ihres Mannes. Ihr Argument: Auf dem Großparkplatz müsste man ja Geld bezahlen und der Fußweg von dort bis zu dem Grab wäre unzumutbar in dieser Hitze. Irgendwann paart sich der Geiz mit Dreistigkeit. Eine andere Kirchenbesucherin war offensichtlich mehr an kühlender Wirkung des alten Innengemäuers interessiert und zwar samt ihres Hundes. „Tiere sind von Gott erschaffene Geschöpfe, die dürfen somit in die Kirche“, erklärte sie dem verdutzten Friedhofsgärtner, der sie darauf hinwies, dass die Kirche keine Hundetoilette wäre, auch keine kostenpflichtige. Puh, alle Hitze geschädigt, oder was?

 

Dazu passt auch noch die Begegnung der besonderen Art mit E-Bike-Fahrern, die sich auf dem sowieso schon eng begrenzten Gehweg ein Rennen lieferten. Darauf angesprochen kam die denkwürdige Antwort: „Wieso, Sie benutzen doch als Fußgänger auch die Straße“! Äh... eine recht fragwürdige Verkehrsauffassung, oder?

 

Etwas gewöhnungsbedürftig – zumindest für uns Einheimische – erscheinen die Lieblingsaußensitzplätze der Genießer von Kaffee & Co. direkt an der Kreuzung Ortseingang/Lange Straße. „Unter den Linden“ mutet zwar romantisch an, doch fahren die Autos quasi quer über die Tortenstücke, statt Blick auf die Schlei, Blick aufs Kopfsteinpflaster... Vielleicht aber von Vorteil, dass die Gäste ihre sehnsüchtig auf Frauchen/Herrchen wartenden Autos auf dem nahen Großparkplatz nicht so lange allein lassen müssen. Eine tolle Alternative hierzu wäre ja z.B. das Restaurant Fährhaus, wenn es denn endlich durchstarten dürfte. Aber scheinbar treibt die Bürokratie hier mit Auflagen, Vorschriften phantasievolle Blüten (in der Natur würde man von Angsttrieben sprechen, die sich als Notreaktion bilden) und trägt damit weiterhin zum Stillstand der Gastronomie bei. Die zwischenzeitlich dort im Garten aufgestellte Holzbude, als Zwischenlösung für die auf die Fähre wartenden hungrigen Fahrgäste gedacht, macht aktuell noch einen verwaisten Eindruck. Wann ihr endlich Fischbrötchenduft eingehaucht wird, bleibt zu beobachten.

 In Arnis ist offensichtlich der Hausverkauf gestartet. Überall Veränderung, Bewegung, Generationswechsel, Angst vor Hochwasser, noch zu viel Geld auf dem Konto. Es gibt viele Gründe und bis jetzt hat sich noch immer ein Käufer gefunden. Allerdings beachtlich bei den Preisen, die man sich hinter der Hand zuraunt. Aber Frischblut ist ja immer gesund für einen Ort und die großen Nutznießer sind die Handwerkerfirmen aus der Region, die sich hier die Baufahrzeuge in die Hand geben.

 

Ob die kommende Zeit gesund sein wird oder wir weiter nur noch das Thema Hitze haben werden, zeigt uns der nächste Blog Juli-August 2026. Halten Sie tapfer durch, bis dahin, Ihre Renate Luth.