Arnis im Januar - Februar 2026

Die Ihnen im November-Dezember 2025-Blog angekündigte Ruhe vor mir erfährt hiermit ein jähes Ende. Langer Januar, kurzer Februar. Zwei Monate, in denen naturgemäß nicht sonderlich viel passiert, quasi ein Winterloch. Das allerdings wurde entgegen sämtlicher Unkenrufen mit Schnee, viel Schnee gefüllt und Eis zugedeckt.

 

Die Freude war groß: Baumärkte stellten Schneeschieber, Schneeschaufeln, angeblich biologisch wertvolles Streusalz in ihrem Eingangsbereich verkaufswirksam auf, angerostete Schlittschuhe und Nostalgie-Schlitten wurden von den Kälte-Freaks vom Boden geholt: Winter juchhu! Logisch, auch in Arnis.

 

Die Neujahrsvorsätze „täglich Morgengymnastik“ wichen problem- und gewissenlos dem Attribut: Kollektives Schneeschieben. Das stärkte nicht nur die Muskeln, sondern auch das Sozialverhalten.

 

Der Nachbar von schräg gegenüber besorgte selbstlos mit seiner Schneemaschine das Räumen der Gehwege vor den Häusern der Ü-70-Einwohner. Dafür wurde er mit Lob, Döntjes aus früheren Zeiten und 'ner Pulle Wein belohnt. Ein Geben und ein Nehmen.

 

Das Hochwasser aus dem Jahre 2023 schlägt – im übertragenen Sinne – weiterhin hohe Wellen. Die Obrigkeit möchte die großzügig vom Bund bereit gestellten Gelder für einen künftigen Schutz der Halbinsel Arnis nutzen. Aber Geldgeschenke sind verdächtig und meist an Bedingungen geknüpft. So auch in Arnis. Der Normalbürger denkt an einen höheren, fachmännisch wieder hergestellten Deich, nachdem dessen Durchbruch ihm die größten im Ort entstandenen Schäden anzulasten waren. Der komplex denkende Politiker will nur eine rund 3,00 m hohe Schutzmauer rund um Arnis (ja... richtig gelesen, rund um Arnis!) mitfinanzieren. Der wohnt ja auch nicht hier und muss nicht auf die olle Wand starren. Ich persönlich wundere mich, dass nicht auch noch ein Schutzdeckel wie über die A7 bei Hamburg gefordert wird, um es in Arnis nicht 'reinregnen zu lassen. Tja, da wird noch viel Zündstoff die Schlei erleuchten...

 

Ein weiteres heißes Thema in kalter Jahreszeit ist die Begrenzung des Tourismus' in unserer Stadt. Aber dazu werde ich mich erst im März-April 2026-Blog äußern, wenn der Bebauungsplan Nr. 3 öffentlich ausgelegen hat. Spannungsbogen muss sein.

 

Ach so, ehe ich es vergesse: Der bislang zu 99 % sichere Interessent i. S. Übernahme Restaurant „Fährhaus“ verursacht unserem wackeren Bürgermeister sicherlich Magenschmerzen, da dieser Hoffnungsträger plötzlich aus Krankheitsgründen(?) in letzter Sekunde abgesprungen ist. Hätten  S i e  nicht Lust, das Restaurant wieder zum Kochen zu bringen? W i r  werden auch garantiert Stammgäste, versprochen!

 

Ein wesentlich positiveres Thema war der Auftritt des Blankeneser Montagschores in der Arnisser Kirche. Bereits enthusiastisch gefeiert anlässlich seines Benefizkonzertes für die Hochwasserschäden 2023 war die Erwartungshaltung der hiesigen Bevölkerung hoch, obwohl sie dieses Mal selbst gefordert wurde. Es handelte sich mutigerweise um eine Mitsingveranstaltung „Arnis singt“ (nicht zu verwechseln mit „Arnis sinkt“... das war das Thema im Absatz 2 dieses Blogs). Melodien aus Pop, Schlager und Folksongs ließen die Schifferkirche erbeben... ja, ja, wenn Arnis erst einmal die Stimme erhebt! Ein absolutes Highlight mit gegenseitigem Schulterklopfen. Die Frischzellenkur unserer Kirche ist übrigens einem lobenswert engagierten Ehepaar zu verdanken, die unserer wunderschönen Schifferkirche mit viel Elan neues Leben einhaucht. 

So, der Schnee war gestern, die unermüdlichen Frühblüher kämpfen sich unbeirrt und zuverlässig ans Licht und wir kümmern uns denn mal um die Altlasten des Herbstes.

 

 

Bleiben Sie von Pollenallergien verschont, einen erquickenden Frühlingsanfang wünscht Ihnen mit sonnigen Grüßen, Ihre Renate Luth.