Arnis im Oktober 2022

Alles hat ein Ende, nur die Stadt Arnis, die hat zwei... nämlich südlich und nördlich der Halbinsel. Und das ist gut so. Ansonsten würden sich die verpeilten Olpenitz-Investoren auch hier bei uns gegenseitig die Planungsentwürfe aus den gierigen Händen reißen. So genießen wir als Glückselige unser überschaubares Arnis-Leben. Die im Juli d. J. gerodete Pappelallee und deren jetzige Neubepflanzung waren schon Aufregung genug, mehr können wir hier nicht mit unseren untrainierten Nerven verkraften.

Zu Ende geht auch die Saison. Restaurants schließen erschöpft ihre Eingangstüren, Segelschiffe – auch unser Ruderboot – werden aus der Schlei an Land gezogen und zum Winterschlaf verdonnert. Auch die vertrauten und regelmäßig in der Mittagsstunde aufheulenden Rasenmäher verstecken sich im Schuppen... Schuldigkeit getan für 2022. Dafür kündigt sich der ungebetene – naturgemäß wieder häufigere – Besuch des Hochwassers an, der unhöfliche Beschimpfungen der Einwohner stoisch ignoriert. Alles hat seine Zeit.

In der „32“ wurde anfallartig noch schnell ein überschaubar langer Staketenzaun gesetzt, um den diversen, noch ungeduldig in ihren Verpackungen lungernden Frostblühern eine Kulisse zu bieten... sind ja auch so wenig Blumen im Garten. Nein, nun ist aber wirklich Schluss mit Kreativität, der Spruch von Gertrude Stein

„Es braucht viel Zeit, ein Genie zu sein, man muss so viel herumsitzen und nichts tun, wirklich nichts tun.“

 

möchte langsam beherzigt werden, sonst wird das nix mehr, denn ab März 2023 ist ja schon wieder Stillstand mit dem Genie bis November 2023.

 

Ich wünsche Ihnen eine Menge Nichtstun, Ihre Renate Luth.